35. Sportkreistag 2022-Lohrbach Odenwaldhalle

Mosbach. Sport verbindet, hält fit, gehört zum Leben eines jeden dazu. Darüber waren sich auch die Mitglieder der vielzähligen Sportvereine in und um Mosbach herum einig, die im Rahmen des 35. Sportkreistags 2022 in der Odenwaldhalle in Lohrbach tagten. Mit der Bekanntgabe der anwesenden Vertreterinnen und Vertreter von 62 Vereinen, was für die aktuelle Zeit eine stattliche Zahl sei, begrüßte Vorstandsvorsitzende Dr. Dorothee Schlegel die Gäste. Neben ihr fanden sich außerdem Landrat Achim Brötel, Landtagsabgeordneter Klaus Ranger, Präsident des Badischen Sportbunds Martin Lenz, Geschäftsführer des Badischen Sportbundes Michael Titze sowie Lohrbachs Ortsvorsteher Norbert Schneider ein. Einige Gäste waren entschuldigt, ließen jedoch ihre besten Grüße übermitteln. Darunter Mosbachs Oberbürgermeister Michael Jann, Bundestagsabgeordnete Nina Warken, Dekan Folkhard Krall und Johannes Balbach, Ehrenamtsbeauftragter Volker Noe und das Schulamt Mannheim. Nach einer kurzen Begrüßung dachte man den verstorbenen Mitgliedern. Den aktuellen weltpolitischen Geschehnissen um die Ukraine geschuldet, legte Schlegel hier besonderen Wert darauf, auch jene Menschen zu erwähnen, „die aus dem Sport, aus dem Ehrenamt, kommen und für diesen sinnlosen Krieg kämpfen müssen“.

Mit einer erfreuenden Mitteilung führte Ortsvorsteher Norbert Schneider seine Grußworte an. „Die Vereine haben die Pandemie bis jetzt gut überstanden, die befürchtete Austrittswelle bei Mitgliedern blieb aus“, berichtete er und dankte all denen, die ehrenamtlich in Vereinen mitwirkten und dies auch weiter tun werden. Auch BSB-Präsident Martin Lenz blickte positiv in die kommenden Zeiten des Sports. „In den vergangenen Corona-Jahren sah man, wie wichtig Sport und der damit verbundene Austausch innerhalb und überschneidend der Generationen ist, das muss so bleiben“, ergänzte er. Gerade auch mit Blick auf die Flüchtlingsbewegung aus der Ukraine sehe man, welche enorme Rolle der Sport überhaupt habe. „Sport wird als Integrationsmaschine dienen, er wird für Flüchtende die Anlaufstelle gesellschaftlicher Integration sein“, so Lenz.

Und was wäre ein Sportkreistag ohne Ehrungen-Für besonders lange ehrenamtliche Tätigkeit überreichte Lenz an diesem Abend gleich drei Mal die goldene Ehrennadel, die an Dorothee Schlegel, an Helmut Fromm und an Klaus Schüler ging.

Michael Titze betitelte den Sport in seiner Rede als Wirtschaftsfaktor. Hierbei berichtete er von Zahlen aus dem Sportentwicklungsbericht, demzufolge man zu Beginn von 2020 ein Mitgliederhoch in den Vereinen hatte. Außerdem stellte er dar, was Vereine alles leisten müssen. Darunter fällt unter anderem die Unterhaltung der Sportanlagen und die Einhaltung von Umweltvorgaben, wie die Vermeidung von Mikroplastik auf Kunstrasenplätzen und die Pflicht von Photovoltaikanlagen. „Vereine können nicht alles stemmen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass sie gestärkt und entlastet werden. Dabei muss man jedoch auch die Ressourcenentwicklung beachten“, so Titze. Eines sei allerdings sicher: „Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen“, zitierte er den Schweizer Schriftsteller Max Frisch und rundete seinen Ausblick ab.

Auch Sportkreisvorsitzende Schlegel veranschaulichte, wie wichtig der Sport(-kreis) ist, was man mit ihm verbindet und wie sehr man sich an aktuelle Einflüsse anpassen muss. So berichtete sie von den verschiedensten Sport(-kreis)events, von politischen Gesprächen und von Besuchen bei den Vereinen. „Besonders spannend finde ich, wie kreativ die Vereine sind. Wenn man aktuell auf das Fußballspiel Wagenschwend gegen Waldhof blickt, wird deutlich, welche Bedeutung der Sport eigentlich hat und was er bewegen kann“, erklärte sie. „Wir brauchen Austausch und Kontakte. Umso schlimmer, dass darauf aufgrund von abgesagten Sportfesten verzichtet werden musste“, ergänzte sie. Des Weiteren sei die ehrenamtliche Tätigkeit wichtig, ohne die Veranstaltungen wie diese gar nicht möglich seien. Und obwohl Ehrenamt heißt, einiges an Zeit, Kraft und Geld zu investieren, sprach Schlegel davon, dass viele einfach mit einem „Ehrenamtsgen gesegnet“ seien, ohne das es gar nicht gehen würde.

Auch Landrat Achim Brötel betonte, wie „werte(e)voll“ der Sport und das damit verbundene Ehrenamt sei. Durch die vergangenen Pandemie-Jahre sei nahezu jeder Verein getroffen worden. Umso wichtiger sei es jetzt, diese wieder zu stärken und vor allem auch damit zu beginnen, Menschen zum Ehrenamt zu animieren. „Ohne das Ehrenamt geht nichts“, verdeutlichte er und bezog sich auch auf den aktuellen Krieg in der Ukraine: „Wir müssen auf Geflüchtete zugehen.“

Nachdem Schatzmeister Pascal Rieth über den Stand der Kasse informierte, wurde auch die Entlastung der Kasse für die vergangenen drei Jahre bekanntgegeben. Außerdem konnte der Sportkreisvorstand einstimmig entlastet werden.

An diesem Abend musste man sich auch von den Vorstandsmitgliedern Karl Peischl, Fritz Auerbach und Klaus Schüler verabschieden, die ihr Amt nach vielen Jahren abgaben. Als gute Seele des Sportkreises geht der Dank hier auch Andrea Weißschädel.

In ihrem Amt einstimmig bestätigt, wurde Vorstandsvorsitzende Dorothee Schlegel und die stellvertretenden Vorsitzenden Manfred Beuchert und Brigitte Beck-Tiefenthaler. Sie werden in Zukunft durch die neu gewählte Brigitte Junge und Markus Haas ergänzt. Außerdem bleiben Schatzmeister Pascal Rieth und Pressewart Philipp Parzer ihren Ämtern treu. Martina Weigel wurde zur neuen Schriftführerin und Denis Englert zum Vertreter der Verbände gewählt. 

Im weiteren Verlauf des Abends legte man außerdem gleich den Tagungsort für den nächsten Sportkreistag 2025 fest, der schließlich auf Fahrenbach fiel. Auch Delegierte für den Sportbundtag 2022 in Wiesloch wurden gewählt.

„Bleiben Sie weiter so engagiert und sportlich“, resümierte Schlegel den Abend.

 

Verfasserin: Marie Beichert